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Vom 18. – 19. Juli trafen sich gut 50 bayerische Steinmetze zu ihrer diesjährigen Jahresverbandstagung Wunsiedel im Fichtelgebirge. Neben der Mitgliederversammlung mit interessanten Themen und externen Referenten erwartete die Teilnehmer ein anspruchsvolles Rahmenprogramm


(LIV) Auftakt der Tagung war der gemeinsame Besuch der Granitwerke Ludwig Popp in Waldershof – Schurbach. Familie Kuchenreuther empfing die Kollegen und zeigte ihnen zunächst den Steinbruch, in dem der blaue Kösseine Granit gewonnen wird. Es folgte eine Betriebsbesichtigung, die mit einer zünftigen, typisch bayerischen Brotzeit endete. Das in der dritten Generation geführte Unternehmen bietet eine breite Palette an Leistungen, angefangen vom Bau über Grabmale bis hin zu Feldkreuzen Brunnen und Skulpturen. Dabei schwört Familie Kuchenreuther auf einheimische Steine, bietet aber auch eine breite Palette an internationalen Natursteinen an.


Die nachfolgende Mitgliederversammlung fand im Europäischen Fortbildungszentrum Wunsiedel statt. Landrat Dr. Karl Döhler begrüßte die Steinmetze und machte deutlich, wie wichtig das Fortbildungszentrum für die Landkreis Wunsiedel sei. Hermann Rudolph, Landesinnungsmeister dankte für die gute Zusammenarbeit und betonte, dass der Landesverband auch weiterhin die Arbeit des Fortbildungszentrums unterstützen werde.


Prof. Karl Düsseldorff von der Universität Duisburg-Essen referierte im Anschluss zu dem Thema „Aus- und Weiterbildung als Erfolgsfaktor für die Zukunftsfähigkeit von Steinmetzbetrieben“. Er verwies darauf, dass die heutige, junge „Y-Generation“ bei der Wahl des Berufes und der Arbeitsstätte großen Wert auf Fort- und Weiterbildung legen würde, die auch durch Zertifikate belegt sein müsse. Weiterhin sensibilisierte er die Unternehmen auch dafür, dass das Humankapital in Zukunft einen viel höheren Wertschöpfungsfaktor bekommt. Natürlich sei moderne Technik wichtig, aber ohne hervorragend ausgebildete Mitarbeiter sei sie letztendlich nichts wert. Gerade im Kampf um guten Nachwuchs gelte es, sich auch mit besonderen Weiterbildungsmöglichkeiten gegenüber anderen Berufen abzugrenzen. Im letzten Jahr habe erstmals die Zahl der Studienanfänger der Zahl von Ausbildungsanfängern in Deutschland entsprochen, der Druck auf das Handwerk, etwas zu tun, wachse also enorm.


Bundesgeschäftsführerin Sybille Trawinski stellte die aktuellen Themen aus der Arbeit des Bundesverbandes vor. Sie betonte, dass es ein Ziel sei, alle Landesinnungsverbände in einem Bundesverband zu vereinen. Daher sei man erneut in erfolgversprechende Gespräche mit dem Landesverband Hessen getreten, der seit 2007 nicht mehr im Bundesverband organisiert sei.


„Die Aufgaben des Bundesverbandes sind sehr vielschichtig, wir wollen für alle Tätigkeitsbereiche gleichermaßen da sein. Das unterscheidet uns von Wirtschaftsverbänden, die rein wirtschaftliche Interessen vertreten. Unser Angebot reicht von Lobbyarbeit, fachliche Stellungnahmen, betriebswirtschaftlicher und technischer Beratung bis hin zu professioneller Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und konkreten finanziellen Vorteilsangeboten für unsere Mitglieder“, stellte Sybille Trawinski fest. Die Aktivitäten des neuen VDNV beobachte man mit Interesse und unterstütze den Einsatz „pro Friedhof“. Aber die Philosophie eines Bundesinnungsverbandes sei breiter aufgestellt, wie die Darstellung der Leistungen beweise.


Der Jahresabschluss 2013 und die Haushaltsplanung 2014 für den LIV Bayern wurden von den Mitgliedern einstimmig verabschiedet.


Hermann Rudolph, Landesinnungsmeister ehrte im Rahmen der Mitgliederversammlung den langjährigen Leiter des Fortbildungszentrums Heinrich Rhein mit der silbernen Ehrennadel des Bundesverbandes Deutscher Steinmetze und dankte ihm für sein bemerkenswertes Engagement. Weiterhin dankte er Georg Biermeier für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit im Fachbeirat des Zweckverbandes Wunsiedel als Vertreter des LIV Bayern.


Nach einer langen und erfolgreichen Mitgliederversammlung hatten sich die Teilnehmer einen gemeinsamen Abend verdient, den sie mit viel selbstgemachter Musik und gutem Essen verbrachten.


Am Samstagmorgen stand für alle Interessierten eine Führung durch das EFBZ Wunsiedel, insbesondere die einzigartige internationale Natursteinsammlung durch den Leiter des Deutschen Natursteinarchivs (DNSA), Reinhard Kögler auf dem Programm. Beeindruckend waren für viele auch die Besichtigung und die Proben im Prüflabor des Steinzentrums.


Krönender Abschluss der Jahrestagung war der gemeinsame Besuch der Luisenfestspiele am Samstagnachmittag mit einer Aufführung der „Comedian Harmonists“. 


„Es war wieder eine gelungene Veranstaltung. Nicht nur die fachliche Seite unserer Tagung, auch und vor allem der Austausch und das gemeinsame Miteinander sind für die meisten Teilnehmer ganz wichtig. Gerade in Zeiten, in denen der Markt immer enger wird, ist es wichtig, als Steinmetzhandwerk zusammen zu stehen und sich gegenseitig zu stützen“, fasste Hermann Rudolph die diesjährige Verbandstagung der bayerischen Steinmetze mit einem positiven Fazit zusammen.


Informationen zum Download :       



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